Warum ich schreibe, wie ich schreibe

Neulich habe ich eine Diskussion verfolgt, die mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist. Es ging darum, ob Bücher heutzutage immer “politisch korrekt” sein müssen. Laut einigen Teilnehmern ginge dadurch der Lesespaß verloren, weil man beim Lesen schließlich in andere Welten abtauchen und die Probleme des Alltags vergessen möchte.

Das hat mich nachdenklich gemacht.

Ich lese vor allem Fantasy Bücher, weil ich eben auch für ein paar Stunden die reale Welt hinter mir lassen möchte. Oftmals handeln diese Bücher von Problemen, die wir im wirklichen Leben nicht haben. Zumindest kann ich mich nicht an das letzte Mal erinnern, als ich von Feen verfolgt oder von einem Vampir gebissen wurde. Diese fiktiven Probleme brauchen natürlich eine fiktive Lösung – politische Korrektheit ist hier nicht erforderlich.

Aber was, wenn ich in meinem Fantasy Buch nun auch ein “reales” Problem erwähne? Oder “reale” Menschen?

Ich verstehe, dass es einfach ist, auf Stereotypen zurückzugreifen und über sie zu schreiben.

Aber sollten wir uns nicht mehr Mühe geben? Sollten wir nicht zumindest versuchen, Minderheiten korrekt zu repräsentieren, wenn wir sie schon erwähnen?

Vielleicht bin ich da zu kritisch, vielleicht denke ich zu viel über solche Dinge nach. Aber als ich angefangen habe, meine Bücher zu schreiben, wollte ich genau das nicht tun. Ich wollte keine Stereotypen.

In meine Geschichten und Charaktere ist viel Recherche eingeflossen und ich habe versucht, dreidimensionale Charaktere mit individuellen Problemen zu schaffen. Ob mir das gelungen ist, müsst ihr als Leser und Leserinnen beurteilen.

Dabei hat es mir sehr viel Spaß gemacht, mit einigen Clichés zu spielen – das muss ich an dieser Stelle mal zugeben. Im ersten Buch kann man am Anfang durchaus den Eindruck gewinnen, dass Ebby das “typische Mauerblümchen” ist, die den heißen Typ in einer Bar kennenlernt. Ich hoffe allerdings, dass sehr schnell klar wird, dass das nicht so ist.

Was mich auch oft in Büchern stört, ist die Tatsache, dass es zwar eine starke Protagonistin gibt, diese aber meist umgeben ist von Männern. Sie hat männliche Freunde, männliche Vorgesetzte, männliche … ihr versteht, worauf ich hinaus will. Für mich war es wichtig, mit diesen stereotypischen Frauentypen und Freundschaften zu brechen. Ebby hat drei Freundinnen – und die beschäftigen sich nicht mit den “typischen” Frauenproblemen. Sie sind nicht eifersüchtig aufeinander, reden nicht ständig über heiße Typen. Sie sind echte, reale Freundinnen – wie wir sie alle aus unserem wirklichen Leben kennen. Sie sind alle unterschiedlich und individuell – wie Frauen im wirklichen Leben nunmal sind.

Ich habe Ebby eine Vergangenheit gegeben, die anscheinend oftmals in Büchern verwendet wird. Das wusste ich übrigens bis vor Kurzem nicht. Doch ich hoffe sehr, dass ich das Problem nicht auf stereotypische Weise gelöst habe. Sie hat nicht “den Richtigen” getroffen und alles, was ihr zugestoßen ist, vergessen. Sie hat nicht plötzlich erkannt, das sie drüber hinwegkommen kann. Ich habe sehr viel zu diesem Thema recherchiert und hoffe sehr, dass Ebbys Weg authentisch ist – und kein Cliché.

Wieso schreibe ich so und nicht anders?

Weil ich nicht anders kann!

Ich schreibe über Themen, die mir wichtig sind. Themen, die mich beschäftigen und von denen ich denke, dass sie mehr Aufmerksamkeit verdienen. Manchmal sind diese Themen offensichtlich, manchmal baue ich nur kleine Hinweise ein, die man einfach überlesen kann. Doch anders kann ich nicht schreiben, denn es wäre nicht ehrlich. Ich schreibe über Dinge, die mich tief berühren, beschäftigen und oftmals aufregen. Ich stecke sehr viel Herzblut in meine Bücher, sehr viel von mir selbst.

Ich habe noch einige Themen, die mir sehr viel bedeuten. Und ich habe keine Zweifel daran, dass diese in meinen nächsten Büchern in irgend einer Form auftauchen werden.

Denn eins steht für mich fest: Wenn ich schreibe, dann schreibe ich “real” – auch wenn es Fantasy ist. Ich schreibe, was mir auf dem Herzen liegt, was mich tief in meinem Inneren beschäftigt. Und das wird sich niemals ändern.

Danke

Hallo ihr wundervollen Menschen da draußen ❤️

Heute vor genau einem Jahr habe ich mein erstes Buch veröffentlicht. Manchmal kann ich immer noch nicht glauben, was seitdem alles geschehen ist. Ich hatte gehofft, dass vielleicht zehn Personen mein Buch lesen würden – nun sind es so viel mehr.

All eure lieben Worte und eure Unterstützung bedeutet mir so unfassbar viel. Ich danke euch allen von ganzem Herzen ❤️

Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt, meine Bücher zu lesen.
Danke, dass ihr Ebby auf ihrer Reise begleitet.
Danke, dass ihr mich auf diesem Weg nicht alleine lasst.

Ebby Scarborough – Beginnings

Falls jemand mehr über Ebbys Vergangenheit erfahren möchte, habe ich gute Neuigkeiten:

Ich schreibe seit Kurzem auch auf Wattpad.

Hier erfahrt ihr mehr über Ebby, ihre Eltern, Jaydens Vergangenheit und natürlich auch über die Grahams.

Schaut mal vorbei und sagt mir eure Meinung, ich würde mich freuen.

Ihr findet mich hier.

Can I say No?

When I started writing Book 1 in German I had no idea what would happen. I didn’t know that I had chosen a topic that wasn’t normally part of an Urban Fantasy novel – sexual abuse. Only after I had published my book and received several messages from people who were very astonished about my choice of topic did I realize that this was, apparently, highly unusual.
My reasons for doing it, however, were pretty simple: It is a subject I deeply care about. A topic that is often not talked about but one that is so very important in my opinion. I always knew that I wanted my book to convey a message. That’s why I wrote about it. I didn’t even consider if it was fitting for a fantasy novel or not.

For years I have concerned myself with this subject. I read books and articles and talked to survivors of sexual abuse. Everyday I learned something new – and still continue to learn. Sometimes I have to change my opinion about something based on new insights I gained.

But one principle has never changed for me.

No means No.

Only I can decide what happens to my body, when it happens, and with whom it happens. No one has the right to make that decision for me. When I say No, that means No. And it’s not up for discussion or to be questioned. Even if I agree at first I always have the right to change my mind. Even then, No means No.

This is a principle I wholeheartedly believe in, and I am shocked that this seems to questioned quite frequently – and seems to be misunderstood by so many. Why do I have to justify my decision to say No? Why do I have to explain if I change my mind? When I do not agree with something, that is my decision and it doesn’t matter if other people understand this decision or not. Because it is my decision to say no.

This may sound simple, but I am fully aware that the reality is more complicated than that. Also, the so called “victim blaming” is still very common.

You’ve been wearing a short skirt? Of course others touched you.
You were too drunk to defend yourself? You might want to reconsider your drinking habits.
Someone roofied your drink? Why didn’t you pay better attention to your glass?

This list can go on forever and all these arguments place the blame on one person – the one who apparently hasn’t been careful enough. But this is the wrong focus.

Shouldn’t the questions be:

Why did you touch them without permission?
Why didn’t you notice that they were too drunk to agree?
Why did you roofie their drink?

Why do victims of sexual abuse still have a harder time than their offenders?
Why do so many people feel quilty?
Because our society teaches us to feel like that. Because there are classes that teach us how to defend ourselves (which is good!), but there are no classes that teach the importance of “No means No”. Victims are trained, offenders excused. And that’s exactly one of the problems.

In my books I try to deal with some of these topics. I am absolutely aware that Ebby’s way of dealing with it is only one of so many, and it also isn’t always right. There are many different ways to handle these experiences. The reactions of Ebby’s friends are also not always correct, just like the reactions of people in real life are not always perfect. I worked with survivors of sexual abuse while writing the book, in order to approach the subject in the most realistic way possible. But everyone’s way is unique, and Ebby’s way is just that – her way, with all the mistakes and insecurites all of us have to deal with.

I can only encourage all of you:
Dare to be loud. Dare to voice your opinion. Never be silent in the face of injustice.
Because only together can we make sure that our voices are heard and might lead to a change.

Consent is not only important – consent is mandatory!

Mein 2017 – oder: Wie einige Menschen mein Leben verändert haben

Es ist der 31. Dezember 2017. Der letzte Tag des Jahres.

Wo ich auch hinschaue, sehe ich Jahresrückblicke, Highlights und gute Vorsätze. Wie es scheint, ist es also an der Zeit, das vergangene Jahr genauer in Augenschein zu nehmen. Und das versuche ich gerade.

Wahrscheinlich erwarten die meisten nun einen tollen Text dazu, wie ich mein Debüt veröffentlicht habe, und es der beste Moment meines vergangenen Jahres war – und um ehrlich zu sein, hätte ich heute Morgen selbst auch noch erwartet, dass dieser Beitrag so ausfällt.

Sicher, die Veröffentlichung war ein absolutes Highlight für mich. Verbunden mit viel Aufregung, Angst und so manchem Schimpfwort. Aber ebenfalls mit viel Herzklopfen, Freude und Euphorie.

Dennoch ist mein absolutes Jahreshighlight etwas anderes.

Mein Highlight sind die Menschen, die ich durch mein Buch habe kennenlernen dürfen, denn sie machen das vergangene Jahr zu etwas ganz Besonderem für mich – und ich bin immer noch absolut überwältigt, denn mit so vielen tollen neuen Bekanntschaften hätte ich um ehrlich zu sein niemals gerechnet.

Testleserinnen, Bloggerinnen, andere Autorinnen, Leserinnen. Was für ein Glück ich doch hatte, euch alle finden zu dürfen.

Ich danke euch von ganzem Herzen für eure Hilfe, euer Feedback und eure Ehrlichkeit. Ich danke euch dafür, dass ihr in mein Leben getreten seid.

Und einigen unter euch danke ich für eure Freundschaft, die mir unendlich viel bedeutet und die hoffentlich noch lange hält!

DANKE!

25. November 2017: Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Hallo ihr Lieben,

ich wurde von einer Bloggerin gebeten, mein Buch in einem Beitrag für den Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen in ihrer Gruppe vorzustellen. Und da dies so ein wichtiges Thema ist, das mir sehr am Herzen liegt, würde ich diesen Beitrag gerne auch mit euch teilen.

Ich muss zugeben, dass ich mich sehr geehrt fühle, zu dieser tollen Aktion in der Gruppe beitragen zu dürfen. Und gleichzeitig bereitet es mir ein wenig Bauchschmerzen. Eigentlich will ich einen solchen Tag, der ein so wichtiges Thema ins Rampenlicht stellt, nicht für Werbung für mein Buch verwenden. Das ist der Grund, weshalb dieser Post etwas „anders“ ausfällt als eine normale Buchvorstellung. Ich habe den Link zu meinem Buch eingefügt und würde mich natürlich freuen, wenn die/der ein oder andere mal reinschaut, aber ich möchte das Augenmerk auf etwas Anderes lenken:

Auf meine Intentionen.

Als ich begann, meinen Roman zu schreiben, war mein einziges Ziel, die Geschichte in meinem Kopf endlich zu Papier zu bringen. Ich habe nicht darüber nachgedacht, ob ich mit meinem Roman irgendwelche Tabus breche. Um ehrlich zu sein ist mir dies erst nach der Veröffentlichung aufgefallen, als viele Leute mich darauf angesprochen haben, wie toll sie es finden, dass ich dieses “Tabuthema” in einen Fantasy-Roman eingebaut habe.

Und mir ist bewusst geworden, wie wenig das geschieht und wie viele Menschen aber genau das brauchen. Einen „normalen“ Umgang mit diesem schwierigen Thema. Eine Protagonistin, in der sie sich selbst wiederfinden. Eine Heldin, die eine schreckliche Vergangenheit hat, die sie zwar prägt, die aber nicht ausmacht, wer sie als Person ist.

Denn auch wenn man Schreckliches erlebt hat, bleibt man doch sein eigener Mensch und die Taten eines anderen definieren niemals wer wir sind.

Als Teil meiner Recherche habe ich mit vielen Betroffenen gesprochen und ich war überwältigt von der Bereitschaft, mit mir über dieses schwierige Thema zu sprechen. Ich habe so viele persönliche Geschichten gehört, von so vielen Schicksalen erfahren, dass ich manchmal weinend vor meinem Laptop gesessen habe. Ich war gerührt von dem Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde und absolut ehrfürchtig vor all den starken Menschen, die ihre persönlichen Erlebnisse mit mir geteilt haben.

Ich wollte ein Buch schreiben, das unterhält. Aber ich wollte gleichzeitig ein Tabu brechen und über ein Thema sprechen, das leider viel zu oft totgeschwiegen wird.

Falls ihr also Interesse an einem Paranormal Romance Roman habt, der unter anderem das Tabuthema des sexuellen Missbrauchs aufgreift, dann schaut euch doch mein Debüt “Machtlos (Ebby Scarborough Buch 1)” an.

LG und ein wunderschönes Wochenende

Aus dem Leben einer Indie-Autorin

Vor langer Zeit – damals, als ich nur für mich selbst geschrieben habe – dachte ich mal, das Schreiben des Buches sei das Aufwändigste.

Wie ihr bereits wisst habe ich mich ganz bewusst für das Indie-Autorinnen Dasein entschieden. Es bietet mir einfach so viel mehr Freiheiten als ein Verlag. Ich kann selber entscheiden, wie mein Cover aussehen soll und darf selbst einen Seriennamen aussuchen. Allerdings bedeutet es gleichzeitig auch, dass ich für alles selbst verantwortlich bin. Veröffentlichung, Marketing und all die anderen Dinge, die “hinter den Kulissen” so anfallen. Und das sind mehr, als ich dachte.

Einige Tätigkeiten liebe ich. So habe ich zum Beispiel ganz wunderbare Bloggerinnen kennenlernen dürfen. Und obwohl das sicherlich in die Kategorie “Marketing” fällt, zähle ich es eigentlich nicht dazu. Es macht mir Spaß, neue Seiten zu entdecken und die vielen schönen Posts dort anzuschauen und Rezensionen zu anderen Büchern zu lesen. Außerdem habe ich festgestellt, dass die meisten Bloggerinnen einfach traumhafte Bilder machen können.

Ebenfalls liebe ich den Austausch mit Leserinnen und ich habe schon so viele nette Menschen kennengelernt, die ich ohne mein Buch nie getroffen hätte.

Dann gibt es die Tätigkeiten, auf die ich gut und gerne verzichten könnte. Dinge, die man im Hintergrund halt machen muss, von denen die Leser aber nichts mitbekommen, und das ist auch gut so! Ich muss also zugeben, dass mein “Projekt Buch” doch aufwendiger ist, als ich anfangs angenommen hatte.

Als Fazit kann ich jedoch sagen, dass es einfach so viel Spaß macht, dass ich über die Ärgernisse gerne hinwegsehe und mich immer noch freue, diesen Schritt gewagt zu haben.

Ich danke euch allen für eure Unterstützung!

 

Ein Monat Machtlos

Genau vor einem Monat, am 04. Oktober 2017, habe ich mein Debüt veröffentlicht.

Was in diesem letzten Monat alles passiert ist? Ich kann es gar nicht in Worte fassen, bin immer noch überwältigt und teilweise sprachlos.

Nie im Leben hätte ich mit einer solchen Resonanz gerechnet. Ich hätte mir nie erträumen lassen, dass ich so viele positive Rezensionen und persönliche Nachrichten erhalten würde. Es fühlt sich unwirklich und wundervoll zugleich an. Und immer wieder fühle ich mich ein wenig machtlos (ja, die Ironie dieser Aussage ist mir absolut bewusst).

Was ich im letzten Monat getan habe?
Hauptsächlich gestaunt. Und geschrieben, an der Fortsetzung. Und seit einigen Tagen habe ich intensives Brainstorming betrieben, da meine Buchreihe noch keinen Namen hat. Ich hätte nicht geglaubt, dass es so schwierig ist, etwas Geeignetes zu finden.

Und bei all diesen Unterfangen habe ich immer wieder die Hilfe einer ganz lieben Person in Anspruch genommen – einer Testleserin, Kritikerin, Brainstorming Partnerin und soviel mehr! Sie ist neben mir zurzeit der einzige Mensch, der die Fortsetzung kennt – zumindest die Rohfassung – die ich jetzt dank ihr nochmal umschreibe, damit die Geschichte öffentlichkeitstauglich wird und hoffentlich keine an den Haaren herbeigezogenen Szenen mehr enthält. Ich danke dir von ganzem Herzen!

So, jetzt wünsche ich euch allen einen schönen Samstag und mache mich mal wieder an die Arbeit.

 

 

Clichés

Heute Morgen habe ich eine Rezension erhalten, die mich sehr berührt hat. Die liebe Krisi von “Wurm sucht Buch” ist dafür verantwortlich. Den vollen Text findet ihr hier.

Was mich an ihrer Einschätzung besonders beeindruckt hat, ist der Hinweis auf die Clichés. Denn genau mit diesen habe ich mich beschäftigt – und es sind auch eben diese Clichés, die mich an anderen Romanen oft so stören.

Es gibt zum Beispiel ein Cliché, das ich immer wieder in Büchern des Genre Paranormal Romance finde und das mich inzwischen immens stört. Zugegeben, das hält mich trotzdem nicht vom Lesen dieser Bücher ab, aber es fällt mir jedes Mal negativ auf.

Und zwar sind das die Traummänner mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt – ihr kennt sie wahrscheinlich alle. Die Typen, die alles dafür tun, ihre Frau/Freundin/Angetraute zu beschützen und dabei oftmals Grenzen überschreiten, die allerdings immer wieder als romantisch dargestellt werden. Was vollkommen okay ist, immerhin handelt es sich um Bücher. Aber mir stellt sich oftmals die Frage, ob das die einzige Art ist, auf die man romantische Gesten verpacken kann?

Muss es denn immer der Alpha-Mann sein, der Dinge verbietet, Tobsuchtsanfälle bekommt und die Frau bevormundet? Gibt es nicht noch eine andere Art von Romantik?

Und gibt es nicht auch Frauen, die genau dies nicht mit sich machen lassen?

Genau diese Gedanken haben mich beschäftigt, bevor ich meinen eigenen Roman geschrieben habe …

Und nochmal: Ich bin selbst Leserin dieser Alpha-Mann-Beschützer Romane und werde es auch immer bleiben 🙂

 

 

Tabus und Botschaften

Ich habe den gestrigen Abend damit verbracht, mich mit Menschen zu unterhalten, die sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen erfahren haben, als Teil der Recherche für mein nächstes Buch. Und ich fühle mich geehrt, dass so viele von euch ihre Geschichte mit mir geteilt haben. Ich habe wichtige Einsichten erlangt und hoffe, diese nutzen zu können, um ein noch besseres zweites Buch mit einer noch besseren und glaubwürdigeren Protagonistin zu schreiben.

Einige der Leute, deren Geschichte ich erfahren habe, schienen sehr froh zu sein, dass ich über dieses schwierige und leider oftmals totgeschwiegene Thema schreibe. Diese Erkenntnis hat mich sehr erstaunt und zutiefst betroffen, denn es sollte eigentlich kein Tabuthema mehr sein. Und wenn ich auf noch so kleine Weise dazu beitragen kann, dass dieses Thema ein wenig mehr Sichtbarkeit erlangt, dann werde ich dies tun!

Als ich damit begann, mein erstes Buch zu schreiben, waren zwei Dinge klar für mich:
Es musste eine Botschaft haben und eine starke Protagonistin. Und ich meine nicht körperlich stark. Ich habe schon viele Bücher gelesen in denen die Heldin zwar kämpfen kann, ich sie jedoch trotzdem nicht als starken, feministischen Charakter einstufen würde.

Meine Heldin kann kaum kämpfen, zumindest nicht körperlich. Und dennoch ist sie eine der stärksten Charaktere, die ich kenne. Denn sie hat überlebt, was kein Mensch erleben sollte. Und sie hat sich nicht zerstören lassen. Ihr Wert wird nicht dadurch definiert, was ihr widerfahren ist.

Ja, ich beschäftige mich viel mit solchen Themen. Mit der “Opferrolle”, mit “Nein heißt Nein” und dem sogenannten “victim blaming”. Und es ist mir wichtig, eine Botschaft in meinen Büchern rüberzubringen.

Und das ist eine meiner Botschaften, meine Bitte an euch alle: Ihr seid soviel mehr, als die Summe eurer Erfahrungen. Was euch angetan wurde definiert nicht euren Wert. Das tut ihr selbst.

Falls es noch weitere Menschen gibt, die ihre Erfahrungen mit mir teilen möchten, scheut euch nicht, mich anzuschreiben!