Ein Monat Machtlos

Genau vor einem Monat, am 04. Oktober 2017, habe ich mein Debüt veröffentlicht.

Was in diesem letzten Monat alles passiert ist? Ich kann es gar nicht in Worte fassen, bin immer noch überwältigt und teilweise sprachlos.

Nie im Leben hätte ich mit einer solchen Resonanz gerechnet. Ich hätte mir nie erträumen lassen, dass ich so viele positive Rezensionen und persönliche Nachrichten erhalten würde. Es fühlt sich unwirklich und wundervoll zugleich an. Und immer wieder fühle ich mich ein wenig machtlos (ja, die Ironie dieser Aussage ist mir absolut bewusst).

Was ich im letzten Monat getan habe?
Hauptsächlich gestaunt. Und geschrieben, an der Fortsetzung. Und seit einigen Tagen habe ich intensives Brainstorming betrieben, da meine Buchreihe noch keinen Namen hat. Ich hätte nicht geglaubt, dass es so schwierig ist, etwas Geeignetes zu finden.

Und bei all diesen Unterfangen habe ich immer wieder die Hilfe einer ganz lieben Person in Anspruch genommen – einer Testleserin, Kritikerin, Brainstorming Partnerin und soviel mehr! Sie ist neben mir zurzeit der einzige Mensch, der die Fortsetzung kennt – zumindest die Rohfassung – die ich jetzt dank ihr nochmal umschreibe, damit die Geschichte öffentlichkeitstauglich wird und hoffentlich keine an den Haaren herbeigezogenen Szenen mehr enthält. Ich danke dir von ganzem Herzen!

So, jetzt wünsche ich euch allen einen schönen Samstag und mache mich mal wieder an die Arbeit.

 

 

Clichés

Heute Morgen habe ich eine Rezension erhalten, die mich sehr berührt hat. Die liebe Krisi von „Wurm sucht Buch“ ist dafür verantwortlich. Den vollen Text findet ihr hier.

Was mich an ihrer Einschätzung besonders beeindruckt hat, ist der Hinweis auf die Clichés. Denn genau mit diesen habe ich mich beschäftigt – und es sind auch eben diese Clichés, die mich an anderen Romanen oft so stören.

Es gibt zum Beispiel ein Cliché, das ich immer wieder in Büchern des Genre Paranormal Romance finde und das mich inzwischen immens stört. Zugegeben, das hält mich trotzdem nicht vom Lesen dieser Bücher ab, aber es fällt mir jedes Mal negativ auf.

Und zwar sind das die Traummänner mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt – ihr kennt sie wahrscheinlich alle. Die Typen, die alles dafür tun, ihre Frau/Freundin/Angetraute zu beschützen und dabei oftmals Grenzen überschreiten, die allerdings immer wieder als romantisch dargestellt werden. Was vollkommen okay ist, immerhin handelt es sich um Bücher. Aber mir stellt sich oftmals die Frage, ob das die einzige Art ist, auf die man romantische Gesten verpacken kann?

Muss es denn immer der Alpha-Mann sein, der Dinge verbietet, Tobsuchtsanfälle bekommt und die Frau bevormundet? Gibt es nicht noch eine andere Art von Romantik?

Und gibt es nicht auch Frauen, die genau dies nicht mit sich machen lassen?

Genau diese Gedanken haben mich beschäftigt, bevor ich meinen eigenen Roman geschrieben habe …

Und nochmal: Ich bin selbst Leserin dieser Alpha-Mann-Beschützer Romane und werde es auch immer bleiben 🙂

 

 

Tabus und Botschaften

Ich habe den gestrigen Abend damit verbracht, mich mit Menschen zu unterhalten, die sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen erfahren haben, als Teil der Recherche für mein nächstes Buch. Und ich fühle mich geehrt, dass so viele von euch ihre Geschichte mit mir geteilt haben. Ich habe wichtige Einsichten erlangt und hoffe, diese nutzen zu können, um ein noch besseres zweites Buch mit einer noch besseren und glaubwürdigeren Protagonistin zu schreiben.

Einige der Leute, deren Geschichte ich erfahren habe, schienen sehr froh zu sein, dass ich über dieses schwierige und leider oftmals totgeschwiegene Thema schreibe. Diese Erkenntnis hat mich sehr erstaunt und zutiefst betroffen, denn es sollte eigentlich kein Tabuthema mehr sein. Und wenn ich auf noch so kleine Weise dazu beitragen kann, dass dieses Thema ein wenig mehr Sichtbarkeit erlangt, dann werde ich dies tun!

Als ich damit begann, mein erstes Buch zu schreiben, waren zwei Dinge klar für mich:
Es musste eine Botschaft haben und eine starke Protagonistin. Und ich meine nicht körperlich stark. Ich habe schon viele Bücher gelesen in denen die Heldin zwar kämpfen kann, ich sie jedoch trotzdem nicht als starken, feministischen Charakter einstufen würde.

Meine Heldin kann kaum kämpfen, zumindest nicht körperlich. Und dennoch ist sie eine der stärksten Charaktere, die ich kenne. Denn sie hat überlebt, was kein Mensch erleben sollte. Und sie hat sich nicht zerstören lassen. Ihr Wert wird nicht dadurch definiert, was ihr widerfahren ist.

Ja, ich beschäftige mich viel mit solchen Themen. Mit der „Opferrolle“, mit „Nein heißt Nein“ und dem sogenannten „victim blaming“. Und es ist mir wichtig, eine Botschaft in meinen Büchern rüberzubringen.

Und das ist eine meiner Botschaften, meine Bitte an euch alle: Ihr seid soviel mehr, als die Summe eurer Erfahrungen. Was euch angetan wurde definiert nicht euren Wert. Das tut ihr selbst.

Falls es noch weitere Menschen gibt, die ihre Erfahrungen mit mir teilen möchten, scheut euch nicht, mich anzuschreiben!

 

Book Hangover – oder: Die Zeit nach der Veröffentlichung

Seit ich mein Debüt veröffentlich habe, leide ich an etwas, das ich wohl nur als „Book Hangover“ bezeichnen kann.

Die letzten Monate habe ich jeden Tag an meinem Buch gearbeitet, auch wenn es manchmal nur ein paar Minuten waren. Ständig habe ich mich in meinem Kopf mit der Geschichte beschäftigt, habe Sätze geändert und komplette Szenen umgeschrieben. Ich habe in meinem Kopf Konversationen mit meiner Protagonistin geführt und mich manchmal geschämt, was ich der armen Ebby alles angetan habe und mich gleichzeitig für sie gefreut, weil sie Jayden gefunden hat. Die beiden waren immer da, in meinen Gedanken. Und das sind sie jetzt auch noch. Aber ich kann nichts mehr ändern, nichts mehr verbessern oder umschreiben. Und ich fühle mich absolut nutzlos.

Ich ertappe mich dabei, dass ich einfach ins Leere starre und über meine Story nachdenke, oder sinnlos auf meine Webseite schaue. Zum Glück gibt es Netflix und Amazon Video, und die Winchesters sind immer für eine Ablenkung gut. Oder Jess, Nick, Schmidt und Winston 🙂 Jap, ich bin ein Serienjunkie, und ich schäme mich noch nichtmal dafür!

Es wird wohl Zeit, dass ich die Fortsetzung überarbeite. Und ja, sie liegt schon hier, wohlbehütet auf meinem Computer.

 

Mein Paranormal Romance Debüt

»Perfektion ist immer das, was wir dafür halten«, sagte Jayden leise.
»Du kennst mich nicht«, erwiderte ich kaum hörbar.
»Dann lass uns das ändern.«

Ebby Scarborough ist anders.
Sie ist vierundzwanzig und weiß seit Kurzem, dass sie eine Hexe ist. Hätte sie dies früher erfahren, wäre ihr eine Menge Leid erspart geblieben. Vor langer Zeit hat sie sich geschworen, nie wieder wehrlos zu sein. In Manhattan scheint sie endlich ihren Platz in der magischen Welt gefunden zu haben. Doch dann trifft sie Jayden und fühlt sich machtloser denn je.

 

Das eBook ist da!

Machtlos

Ebby Scarborough ist anders.
Sie ist vierundzwanzig und weiß seit Kurzem, dass sie eine Hexe ist. Hätte sie dies früher erfahren, wäre ihr eine Menge Leid erspart geblieben. Vor langer Zeit hat sie sich geschworen, nie wieder wehrlos zu sein. In Manhattan scheint sie endlich ihren Platz in der magischen Welt gefunden zu haben. Doch dann trifft sie Jayden und fühlt sich machtloser denn je.

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(Un)Professionell?

Ich habe in den letzten Wochen viel Zeit damit verbracht, Artikel über das Veröffentlichen von Büchern und alles was dazugehört zu lesen. Dabei bin ich vor Kurzem auf einen Artikel gestoßen, der einige Richtlinien gab, wie man sich als Autorin verhalten sollte. Der hauptsächliche Ratschlag war, dass man sich immer kompetent und professionell geben sollte. Man darf sich keine Unsicherheit anmerken lassen, sondern muss immer selbstsicher auftreten – auch (oder vielleicht vor allem) online.

Lange Zeit habe ich nun darüber nachgedacht und bin zu dem Entschluss gekommen, mich nicht daran zu halten. Ich bin keine professionelle Autorin, ich habe nie zuvor ein Buch veröffentlicht. An dem Punkt, an dem ich gerade bin, bin ich nur angelangt mit der Unterstützung vieler lieber Menschen. Manchmal erschrecke ich mich immer noch vor meiner eigenen Courage und jeden Tag tauchen neue Fragen zur Veröffentlichung auf.
Was nicht heißt, dass ich uninformiert oder unfähig bin. Aber ich habe keine Lust, mich zu verstellen, damit meine (hoffentlich zukünftigen) Leser denken, ich sei professionell.

Also, hier mein Geständnis:
Die Hälfte der Zeit frage ich mich immer noch, wie ich überhaupt hier hingekommen bin, wie ich das alles geschafft habe, und vor allem, wie das alles weitergeht. Alles, was ich weiß, habe ich mir in mühseliger Kleinarbeit angeeignet und ohne eine gewisse Gruppe auf Facebook und die wundervollen Ratschläge anderer Autorinnen, wäre ich wahrscheinlich immer noch auf der Suche nach Richtlinien zur Formatierung eines Buches. Und ich werde nicht so tun, als sei ich professionell, wenn ich mich manchmal immer noch absolut hilflos und überwältigt fühle.

Professionalität um jeden Preis? Nein Danke!

Authentizität? Auf jeden Fall!

Ein kleiner Einblick in „Machtlos“

Das Gute daran, wenn man das Verlagsangebot abgelehnt und sich für das Indie-Autorinnen Dasein entschieden hat? Man darf Ausschnitte des Buches mit anderen teilen 🙂

Deshalb hier die ersten paar Abschnitte aus meinem Buch, damit ihr schonmal „reinschnuppern“ könnt.

„Dreizehn Minuten.
Solange saß ich schon hier und wartete.
Dreizehn quälend lange Minuten, in denen ich über meine eigene Dummheit und Naivität nachdenken konnte.
Hatte ich wirklich geglaubt, in einem Onlineportal namens hexe-heute.net jemanden kennenzulernen? War ich wirklich so verrückt zu hoffen, Freundinnen zu finden?
Ich schnaubte verächtlich und schüttelte den Kopf, bevor ich nach meiner Handtasche griff und von meinem Hocker an der Bar heruntersprang. Ich blickte zur Bedienung, um ihr mitzuteilen, dass ich zahlen wollte, doch sie hob ihre Hand und bedeutete mir, zu warten. Seufzend glitt ich zurück auf den Hocker und stützte meine Ellbogen auf die Theke. Dann ließ ich meine Stirn in meine Hände gleiten und starrte auf das dunkle Holz.
Aus dem Augenwinkel sah ich, wie jemand durch die Tür hinter der Bar den Raum betrat und mit der Bedienung sprach. Sie lachte laut und ich verzog das Gesicht. Wieso hatten heute alle Spaß, nur ich nicht?
Es war Samstagabend und ich war erbärmlich.
Oh gut, dachte ich. Selbstmitleid hilft dir sicher weiter.
„Was kann ich für dich tun?“, fragte eine männliche Stimme plötzlich direkt neben mir.
„Kein Interesse“, murmelte ich, ohne den Kopf zu heben, machte jedoch eine wegwerfende Bewegung mit meiner Hand, um zu zeigen, dass ich meine Ruhe haben wollte, falls meine Worte dies nicht klar genug rüberbrachten.
„Schlechter Abend?“, fragte er und ich konnte ein Lächeln in seiner Stimme hören.
„Schlechtes Jahr“, murmelte ich, bevor ich mich selbst davon abhalten konnte. Dann presste ich entsetzt meine Lippen aufeinander und senkte mein Gesicht noch tiefer.
Vielleicht hatte er mich nicht gehört?
Diese Hoffnung starb, als er leise lachte.
„Was kann ich für dich tun?“, fragte er erneut und nun hob ich genervt den Kopf.
„Ich habe wirklich kein Interesse an …“, die Worte blieben mir im Halse stecken, als ich ihn sah. Nicht, weil er umwerfend aussah, was er tat, mit seinen funkelnd blauen Augen, goldblonden Haaren und vollen Lippen. Sondern weil auf seinem schwarzen T-Shirt, welches die Konturen seines muskulösen Oberkörpers perfekt umarmte, das Wort Underworld zu lesen war, der Name des Clubs, an dessen Bar ich gerade saß. Er war offensichtlich die Ablösung der soeben verschwundenen Bedienung.“

Was mich das Schreiben gelehrt hat …

… Bescheidenheit.

Es war schon ein seltsames Gefühl, meine Geschichte zum ersten Mal aus den Händen zu geben, sie an Testleserinnen zu verschicken. Als die ersten Kapitel versendet waren, war ich ein nervliches Wrack – ernsthaft! Du sitzt nutzlos zu Hause und kannst nur noch hoffen, dass du keinen absoluten Müll fabriziert hast.

Dann kam die erste Antwort und glücklicherweise war sie sehr positiv. Ein Teil der Anspannung fiel von mir ab, aber das nächste Problem tauchte natürlich direkt auf. Denn plötzlich wollten andere Menschen mit mir über meine Charaktere sprechen. Und das war das seltsamste Gefühl überhaupt.
Bis zu dem Zeitpunkt hatte die Geschichte mitsamt aller Personen nur in meinem eigenen Kopf existiert. Nun kannten Fremde „meine“ Ebby und „meinen“ Jayden und hatten Meinungen und Fragen und Anmerkungen. Es war schwierig und wundervoll zugleich und ich kann ehrlich sagen, dass mein Buch ohne das Feedback meiner hervorragenden Testleserinnen nichtmal halb so gut geworden wäre.

All die Kritik und die Verbesserungsvorschläge haben mich bescheidener gemacht – aber auch selbstbewusster. Denn ich habe verstanden, dass Fehler nicht bedeuten, dass mein gesamtes Werk schlecht ist. Und ich habe gelernt, dass die Hilfe anderer unverzichtbar ist.